Frühjahr 9.5.26
Der Wohnwobil-Club der Schweiz hat auf den 9.Mai 26 eine Camper-Segnung organisiert. Diese findet mitten in der Stadt St.Gallen auf einem grossen Gelände statt. Ich habe mich auch angemeldet, beabsichtige ja sowieso um diese Zeit wieder auf Reisen zu gehen.
Werde anschliessend für ein paar Tage an den Rhein auf meinen Lieblingsplatz am Neuburgweiher fahren. Dort treffe ich dann auf Romy und Walter, und gemeinsam werden wir anschliessend auf den Stellplatz in Bad Krozingen fahren und auch dort ein paar Tage bleiben. Dann trennen sich unsere Wege wieder, ich ¨werde dann noch vor Pfingsten heim fahren.
8.5.26
Die Fahrt über den Ricken ist wie immer landschaftlich sehr schön, in St.Gallen finde ich mit der App Parc4night einen kleinen Stellplatz für drei Camper mitten in der Stadt. Später am Abend trifft noch ein weiteres WoMo ein, es stellt sich heraus dass es sich um den Präsidenten des Clubs handelt, also ein Insider! Er hat mit der Stadt diesen Platz ausgehandelt.
9.5.26
Gut geschlafen, und am Morgen einen für Chiara ungewohnten Morgen-Spaziergang in der Stadt: nichts von Wiesen für gepflegte Morgen-Geschäftchen! Aber wir bringen’s gut hinter uns, und nach dem Frühstück fahren wir auf den reservierten Platz in einem anderen Stadt-Teil, St.Fiden. Wir sind die Ersten, aber bald treffen ununterbrochen weitere WoMo’s ein. Es sind schliesslich 24 WoMo’s hier, vom kleinsten Mini-Büsschen bis zum grössten Liner ist alles zu sehen.
Dann die obligaten Begrüssungs-Runden auf dem Platz. Viele kennen sich von früheren Treffen und stehen und sitzen zusammen, ich bin der einzige Alleinfahrer. Es zeigt sich wieder deutlich dass man als Single unter lauter Paaren immer etwas der Aussenseiter ist, man hat es schwieriger mit der Integration, auch wenn man eigentlich sehr offen ist.
Aber der Tag vergeht und am Abend dann der grosse gemeinsame Gottesdienst der drei Religionen katholisch, reformiert und freikirchlich. Anschliessend die Segnung jedes einzelnen WoMo’s, jeweils mit Gesprächen mit dem jeweiligen Geistlichen. Sehr wohltuend ist dass keinerlei religiöses Brimborium angesagt ist, alles sehr natürlich und angenehm, sehr schön und gut so. Ich habe jedenfalls die Plakette angeklebt!
Später am Abend dann das grosse Fest mit Musik und Gesang eines Duo’s aus der Gruppe, sehr gut und gekonnt, ich geniesse es. Auch der Grill ist praktisch aufgebaut, ich sitze ziemlich lange mit Chiara dabei. Aber auch hier zeigt sich: man muss sich ständig selber um Anschluss bemühen, die Paare, besonders weil sie sich schon kennen, haben untereinander halt viel zu erzählen! Ich gehe später nochmals Gassi mit Chiara und dann ins Bett.
10.5.26
Stehe zeitig auf, frühstücke, gehe Gassi mit Chiara, und dann fahren wir los mit Ziel Rheinfähre am Neuburg-Weiher, meinem LieblingsPlatz in Deutschland. Ich werde dort neben Romy, eine nun bereits langjährige liebe Freundin, den Walter aus Rastatt treffen, der mir vor vielen Jahren diesen Platz verraten hat.
Die Reise verläuft problemlos, ich komme am frühen Nachmittag am Ziel an, dort aber sind bereits weit vor dem Platz beidseits die Strassenränder mit parkierten PW’s verstellt. Ich mache trotzdem einen Versuch am Rheinufer, aber es ist völlig aussichtslos einen Platz für meine Kiste zu finden. Ich hab’s eigentlich befürchtet bei dem schönen Wetter, zudem am Sonntag. Ich weiss aber ganz in der Nähe grosse Parkplätze bei Penny und Aldi, da werde ich notfalls schlafen. Ich parkiere vorläufig in einer passenden Lücke am Strassenrand und spaziere mit Chiara zu Fuss durch den Wald zurück auf den Platz und amüsiere mich wegen der vielen anderen Sonntags-Ausflüglern die auch einen Platz suchen.
Und urplötzlich taucht Walter auch auf mit seinem WoMo, dieses ist aber viel kleiner als meine Kiste, ein rechtes Abenteuer-WoMo. Und es gelingt mir ihn in eine Lücke zu lotsen welche gerade frei wird. So ist er wenigstens versorgt und wir begrüssen uns freudig, haben uns lange nicht mehr gesehen. Er wohnt ganz in der Nähe und hat mir vor vielen Jahren diesen Platz verraten, seither ist’s mein Lieblingsplatz!
Jetzt habe ich einen ortskundigen Helfer vor Ort, und später gelingt es ihm einen wegfahrenden Ausflüger solange zum Warten zu überreden bis ich mein WoMo geholt habe und mich durch das Getümmel zum freiwerdenden Platz durchgezwängt habe ohne Schaden anzurichten. Und ,halleluja, es klappt: ich zwänge mich in die entstehende Lücke und bin vorerst versorgt. Später am Abend kann ich mich dann besser aufstellen.
So sind wir zwei momentan zufrieden und warten biertrinkend nun auf die Dritte im Bunde, die Romy. Via WhatsApp erfahre ich dass sie in etwa einer Stunde auch hier eintrifft. Ich frage das alte Ehepaar welche neben mir parkt und am Ufer sitzt wann sie gedenken wegzufahren, so in etwa einer halben Stunde, meinen sie. Ich überrede sie solange zu warten bis eben die Romy eintrifft und sie dann sofort den freiwerdenden Platz einnehmen könnte, sie sind freundlicherweise einverstanden.
Und so klappts denn auch, die Romy kommt, das Ehepaar geht, und Romy parkt so ein dass zwischen uns ein vernünftiger Raum verbleibt sodass wir und Chiara gut leben können.
Besser hätte es gar nicht klappen können, so ist für uns Drei das Treffen gerettet. Wir sitzen am Rheinufer, trinken Bier und sind total zufrieden. Später feiern wir das im nahen Gasthaus mit einem guten Essen. Es gibt natürlich viel zu erzählen, besonders Walter ist ja ein Viel-Fahrer der sich meistens in den skandinavischen Ländern rumtreibt.
Also habe ich auch den dritten Abend auf meiner Reise sehr schön verbracht,es lässt sich gut an! Die Nacht wird aber kalt, ich lasse die Heizung die ganze Nacht laufen, schlafe sehr gut dank dem „bisschen“ Wein!
11.5.26
Der Morgen startet sonnig, Romy und ich gehen mit Chiara einen langen Spaziergang dem Rhein entlang, und dann verabschieden wir uns von Walter. Er geht kurz nach Hause bevor er wieder nach Norden startet.
Wir verbringen noch einen Tag hier am Rhein bei wechselhaftem Wetter, mal Sonne, dann Nieselregen, ziemlich viel Wind und recht kühl. Wir beschliessen daher früher als geplant nach Bad Krozingen zu fahren, dort gibt’s Strom und dann kann auch Romy nachts heizen, sie friert hier nachts an den Hintern weil ihre Gasheizung nicht funktioniert. Wir können grad noch die letzten zwei Plätze reservieren!
12.5.26
So fahre ich gemütlich gegen Süden, gehe unterwegs noch einkaufen, und bin am Nachmittag in Bad Krozingen. Ich freue mich auf die Therme!
Ich finde auf Anhieb den für mich reservierten Platz, er ist in ziemlicher Enfernung von dem der für Romy reserviert ist. Macht nichts, wir werden ja in zwei Tagen auf die bereits früher reservierten wechseln, die stehen dann nebeneinander, dann ist für Chiara die Welt auch wieder in Ordnung, dann kann sie wieder hin und her zirkulieren!
Irgendwann trifft auch Romy ein, und wir kochen ein gemeinsames Nachtessen. Danach Gassi gehen mit Chiara, den obligaten Schlummertrunk geniessen und dann relativ früh ins Bett. Romy ist zufrieden, sie kann ja jetzt auch heizen dank Strom, und ich hatte ja nie Probleme, bin autark dank Gas und Solarstrom.
13.5.26
Gut geschlafen, aber das Wetter lässt zu wünschen übrig: ständig nieselts und es ist eher kühl, es sind halt die Eisheiligen! Aber wir sind ja auf dem Trockenen, haben alles was man braucht, auch Fernsehen und Internet funktionieren, was in Old Germany nicht selbstverständlich ist! Das gemeinsame morgentliche Gassi-Gehen verläuft immerhin trocken!
14.5.26
Wir verschieben den ersten Thermen-Besuch auf morgen, heute wird der Besucher-Andrang gross sein wegen dem Feiertag. Romy bekommt Besuch von einer jüngeren Frau, der Claudia, die sie bei einem früheren Besuch in der Sauna kennen gelernt hat und die hier ganz in der Nähe wohnt. Wir können immerhin im Freien sitzen, erst gegen Abend kommen wieder die kurzen Regen-Güsse. Und morgen gegen Mittag werden wir auf unsere reservierten Plätze wechseln und uns dann für fünf Tage so einrichten dass wir immer einen trockenen Sitzplatz im Freien haben.
15.5.26
Ich bin offensichtlich hier immer noch mit einer Begleiterin Prisca Kessler registriert, obwohl ich schon mehrmals darauf hingewiesen habe dass sie gestorben sei und ich nun Alleinfahrer bin. Nun hat sie heute einen Gutschein für einen Gratis-Eintritt in die Therme bekommen weil sie morgen Geburtstag hätte, rührend!
Ich koche das Nachtessen, echt schweizerisch: Rösti und Spiegel-Eier! Mit Chiara den letzten Spaziergang und danach Fernsehen und Weintrinken. Und recht früh ins Bett, Romy wohnt doch eine ganze Reihe entfernt von mir.
16.5.26
Wiederum sehr gut und recht lange geschlafen, erst erwacht als Chiara gebellt hat weil Romy mit ihrem Oma-Kaffee vor der Türe stand. Nach dem Frühstück gemeinsam mit Romy das ausgedehnte Morgen-Gassi mit Chiara erledigt
Das Wetter wie gehabt, teilweise bewölkt, aber trocken, eher kühl, aber meine Heizung funktioniert gut, ich habe angenehm warm! Fahre nach dem Frühstück mit dem Fahrrad zum Baumarkt, bringe die gestern gekaufte Lampe zurück, sie passt nicht in die vorhandene Installation. Muss ev. etwas ganz Neues installieren, aber die Auswahl für 12 Volt ist eher knapp.
Dann wird auf den vor-reservierten Platz gezügelt, wir stehen nun wieder mal so neben-einander dass Chiara hin- und her-zuckeln kann, die Romy ist halt ihre grosse Freundin!
Es ist ein sehr angenehmer Platz, aber so unter den Bäumen dass kein TV-Empfang möglich ist. Dafür ein schöner Sitzplatz wie auf einem Campingplatz, auch die Markise kann ich ausfahren, gut, weil es immer mal wieder kurz nieselt.
Am Abend weihe ich meine erst kürzlich erworbene Elektro-Pfanne ein mit einem riesen Eintopf-Gericht! Früher, bei meinen Andalusien-Überwinterungen mit Anna, hatte ich auch auf einer solchen Pfanne manchmal für Freunde solche Eintöpfe gekocht. Es ist auch hier wieder sehr gut gelungen, allerdings etwas sehr reichlich für nur zwei Esser!
Nach dem Abendessen das obligate gemeinsame Gassigehen, und nach der ebenso obligaten Weinrunde dann ab ins Bett. Dank dem Elektro-Anschluss kann nun auch Romy ihr WoMo heizen, also ist auch sie gut versorgt.
17.5.26
Ich schlafe wie immer sehr gut, auch Chiara fühlt sich wohl, freut sich halt trotzdem mit lautem Gebell als die Romy mit ihrem Oma-Kaffee auftaucht, wir wohnen ja nun gleich gegenüber.
Es ist erstaunlich wie die neue kleine Tschibo-Kaffemaschiene einen sehr guten Kaffee macht. Nach dem Frühstück wie bereits Routine das gemeinsame Morgen-Gassï. Das Wetter ist freundlich, aber sehr kalt, die Aussen-Tempertur beträgt nur etwa 5 Grad, aber dank Heizung kann man sich immer wieder drinnen aufwärmen.
Heute ist Grillen angesagt, Romy hat ihre Bekannte Claudia eingeladen. Ich habe Poulet-Flügeli gewürzt, dazu gibt’s noch Würste, und Kartoffel-Spälten mache ich mit der Elektro-Friteuse. Ich bin ja wirklich total gut eingerichtet, habe viel gelernt während unseren Andalusien-Überwinterungen mit Anna.
Das Nachtessen mit Claudia verläuft sehr angenehm, das Essen ist perfekt und es gibt gute Gespräche, die Claudia ist eine ehemalige Rumänin, etwa 52 Jahre alt. Das Aufräumen nach dem Essen bleibt halt wie immer mir überlassen, ich weiss ja am Besten wo alles hingehört!
Später dann das normale Gassi-Gehen mit Chiara. Romy hat leichte Erkältungs-Erscheiningen, sie braucht Ruhe, verzieht sich daher ziemlich zeitig in ihr WoMo. Wiederum geht ein guter Tag zu Ende. Auch ich gehe recht bald schlafen, der reichliche Weingenuss hat auch mich müde gemacht!
18.5.26
In der Nacht hat’s zu regnen begonnen, gut habe ich gestern alles aufgeräumt und unter Dach gebracht, so kann ich beruhigt weiterschlafen. Der Morgen startet trüb und grau mit Niesel-Regen, sodass das Gassi-Gehen mit Chiara recht kurz ausfällt. Aber es wird bald besser, es gibt nur noch kurze Schauer.
Die Belegungs-Dichte der Plätze ist rapide gesunken, wir stehen bald fast alleine da. Romy ist auf 10.00 Uhr mit Claudia in der Therme verabredet, ich bleibe mit Chiara zuhause. Werde dann gegen Abend auch Baden und Saunen gehen, dann bleibt Romy bei Chiara.
Heute Entsorgungs-Tour von Toilette und Kehricht, alles problemlos ganz in der Nähe. Die Aussentemperatur ist immerhin 12 Grad, drinnen sind’s angenehme 21 Grad. Die Schauer werden immer seltener, es scheint sich zu bessern.
Der Platz leert sich sehr auf unserer Seite, aber es sind doch wieder viele Reservations-Schilder für das Pfingst-Wochenende montiert. Obwohl die Anzahl Stellplätze stark erhöht wurde ist der Platz immer ausserordentlich stark belegt, ohne Reservation geht fast nichts mehr.
Bin zu faul um in die Therme zu gehen, sitzen nach dem Nachtessen lieber bei ein, zwei, ?, Glas Wein zuhause! Gehe früh ins Bett, Romy geht’s ähnlich!
19.5.26
Wieder sehr gut geschlafen, die Sonne scheint, der Tag beginnt gut. Romy kommt zum Kaffee, dann gehen wir Gassi mit Chiara in den Park, es ist zwar kühl, aber an der Sonne wird’s schnell warm.
Wir sind zum Wannenbad angemeldet gegen Mittag, bin gespannt darauf, es wird sehr gerühmt. Für uns ist dies gratis weil wir nun sieben Nächte bezahlt haben. Es ist tatsächlich sehr angenehm, man liegt 20 Minuten nackt in einer Wanne mit sprudelndem sehr warmem Mineral-Wasser. Danach kann man sich in Liegen ausruhen. Ob’s irgend was verändert im Körper? Ich denke nicht wegen diesem einen Mal, aber angenehm war’s!
Am Nachmittag kommt Claudia nochmals vorbei zum Ade-Sagen, sie hat uns offensichtlich ins Herz geschlossen! Dann packe ich alles zusammen und verstaue es wie gewohnt transport-sicher. Auch die Markise wird gereinigt und eingerollt. Dann werden noch die vorhandenen Essen-Resten aufgewärmt und gegessen, der üblichen Abend-Spaziergang mit Chiara gemacht und dann geht’s ziemlich früh ins Bett.
In der Nacht hat’s sehr stark geregnet und gewindet, bin froh dass ich die Markise bereits eingezogen hatte und alles im Trockenen versorgt war. Der Morgen war dann aber wieder angenehm trocken und warm.
So konnten wir problemlos unsere WoMo’s reisefertig machen, die Toilette, den Abfall und das Abwasser entsorgen. Romy hatte sich entschieden statt nach Norden nach Süden zu mir nach Hause zu fahren, freue mich, sie hat da Platz für ihr WoMo. Das zeigt halt wie so ein WoMo uns total unabhängig und frei macht, man kann sich jederzeit ein neues Ziel suchen!
Wir fahren getrennt los, wir haben ganz unterschiedliche Fahr-Stile. Zudem will ich in Lörrach noch tanken, der Diesel ist da noch günstiger wie zuhause. Die Fahrt verläuft sehr angenehm, das Wetter stimmt, der Verkehr ist flüssig. Auf dem Rastplatz Mumpf mache ich mit Chiara ihren Bisi-Halt, und da trifft einige Minuten später auch Romy ein, dank Handy und Whatsapp haben wir uns getroffen!
Um die Mittagszeit steht mein WoMo dann vor dem Haus, noch während dem Ausräumen trifft auch Romy ein, und so geht wieder eine schöne Reise zu Ende, freue mich auf eine Weitere!
